Schummeriges Dämmerlicht und flackernde Glühbirnen. Leise Stimmen und Gelächter. Der Geruch von Bier und Rauch. Das Rattern der Generatoren und das Kratzen der Musikkiste. Willkommen im „Schwarzen Engel“.

Auf den ersten Blick wirkte er unscheinbar. Dunkles Kopftuch und eine zerschlissene Jacke. Die Füße in abgetragenen und hunderte Male geflickten Kampfstiefeln. Seine drahtigen Hände waren fest um einen schäbigen Plastikkrug geschlossen. Auf dem schmutzigen Tisch lagen zahllose Bilder verstreut. Immer wieder nahm er eins zur Hand und hielt es sich dicht an die Augen, nur um es anschließend achtlos zwischen die anderen fallen zu lassen. Die Glut seiner Zigarette beleuchtete rot sein faltiges Gesicht. Hunderte Augenblicke auf engsten Raum gebracht. So unfassbar viele Momente. Eigenartige, lustige, erschreckende, fröhliche und lustvolle Minuten, Stunden, Tage. Er nahm ein weiteres Bild zur Hand und seufzte.


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